Intrakranielle Compliance
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Der Begriff Compliance C ist in der Physiologie ein Maß für die Dehnbarkeit von Körperstrukturen.
Die Compliance C entspricht der Anstiegssteilheit der Volumenkurve V=V(p) als Funktion des Druckes p also im Druck-Volumen-Diagramm: C=ΔV/Δp im Limes Δp → 0.
Ganz Analog ist demnach die intrakranielle Compliance C=ΔV/Δ(ICP), wobei ICP der Hirndruck (IntraCranial Pressure) und V das intrakranielle Volumen ist. Daraus folgt Δ(ICP)=ΔV/C. Das bedeutet: Der Hirndruck ICP steigt an wenn das intrakranielle Volumen V zunimmt und/oder die intrakranielle Compliance abnimmt.
Das intrakranielle Volumen setzt sich aus dem Hirnvolumen, dem Blutvolumen und dem Liquorvolumen zusammen.
Eine Absenkung des Hirndrucks (ICP) kann daher durch eine Verminderung des Hirnvolumens (Osmotherapie, Resektion eines Hirntumors bzw. Behandlung dessen Tumorödems mit Dexamethason), des Blutvolumens (Hyperventilation, THAM, Barbiturate über den Metabolismus) oder des Liquorvolumens (Ventrikeldrainage) erfolgen.
Eine Erhöhung der intrakraniellen Compliance und damit ein Absenken des ICP kann mit einer osteoklastischen Trepanation erreicht werden.
In den Lehrbüchern der Neuroanästhesie wird i.d.R. nicht die Volumenkurve V=V(p), sondern deren Umkehrfunktion, also die Druckkurve p=p(V) als Funktion des intrakraniellen Volumens V dargestellt. Da der reziproke Wert der Compliance C=dV/d(ICP) die Elastance E=1/C=d(ICP)/dV ist, ist die Anstiegssteilheit im p(V)-Diagramm (obiges Bild) nicht die Compliance, sondern die Elastance.
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