Routineverfahren bei der Suche nach einer Infektion auf einer Intensivstation
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Entzündungsparameter sind Werte, die auf eine Entzündung hindeuten können und bei der Steuerung der antibiotischen (antimykotischen) Therapie bzw. der Beurteilung des Therapieansprechens hilfreich sind.
Entzündungs-Laborparameter sind z.B.: C-reaktives Protein (CRP), Leukozytenzahl, Linksverschiebung im Differentialblutbild, Procalcitonin (PCT), Interleukine (v.a. IL-6).
CRP gehört zu den Opsoninen, die das Komplementsystem aktivieren. Der Anstieg des CRP-Wertes bei einer Infektion erfolgt bereits nach etwa 6-8 Stunden und kann das 10-100fache des (normalen) Referenzwertes erreichen. Höchste Werte werden z.B. bei einer Sepsis mit gramnegativen Erregern (z.B. Escherichia coli) erreicht. Auch bei Entzündungsreaktionen, die nicht durch Infektionen verursacht werden, kann das CRP teilweise deutlich erhöht sein. Änderungen im (kurz-)zeitlichen Verlauf sind aber relevant.
Als Linksverschiebung wird das vermehrte Auftreten unreiferer Formen der neutrophilen Granulozyten (z.B. der Stabkernigen) im Differentialblutbild bezeichnet.
PCT ist das Prohormon des Calcitonins und wird unter physiologischen Bedingungen in den C-Zellen der Schilddrüse gebildet. Anders als unter physiologischen Bedingungen erfolgt die Synthese dann aber vermutlich in Leber, Niere, Fettgewebe und Muskeln. Sehr hohe Werte zeigen mit hoher Sensitivität und Spezifität eine Sepsis an. Der PCT-Wert unterliegt aber starken interindividuellen Schwankungen, sodass von der absoluten PCT-Konzentration nicht ohne Weiteres auf die Schwere der Infektion geschlossen werden kann. Änderungen im (kurz-)zeitlichen Verlauf sind auch hier relevant.
Fibrinogen ist ein Akute-Phase-Protein und kann bei akuten Entzündungsreaktionen und Infektionen (eher nach einigen Tagen) deutlich ansteigen. Im Rahmen einer Sepsis bei einer disseminierten intravasalen Koagulopathie fällt hingegen Fibrinogen rasch ab.
Hämodynamische Parameter die auf eine Entzündung hinweisen können sind: Blutdruck (MAP) ↓, peripherer Widerstand (SVR) ↓ ⇒ alphamimetischer Katecholaminaufwand ↑ , Herzminutenvolumen (CO) ↑, Flüssigkeitstagesbilanz ↑.
Mikrobiologische Untersuchungsmaterialien wie z.B.: Blutkulturen (aerob/anaerob), Urinkulturen, Katheterspitzen, Sputum, Tracheal- und Bronchialsekrete bzw. bronchoalveolärer Lavage (BAL), Liquor-Proben, Rachenabstrich, Abstriche aus infizierten Wunden oder Drainagen dienen dem Erregernachweis.
Bildgebende Verfahren wie z.B.: Konventionelles Röntgen (z.B. Lunge), Ultraschall, CT, MRI,... helfen bei der Lokalisation der Entzündungsherde.
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