Akute Pankreatitis
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Die akute Pankreatitis ist eine plötzlich einsetzende potenziell lebensbedrohliche Entzündung der Bauchspeicheldrüse mit zahlreichen Komplikationen, welche aber auch ohne wesentliche Funktionseinschränkung wieder ausheilen kann.
Ursachen sind: Gallenwegserkrankungen (Cholelithiasis, Entzündung der Papilla Vateri), Alkoholabusus, idiopathisch = ohne erkennbare Ursache,
• selten:Bauchtraumen, postoperativ, iatrogen nach einer ERCP, Infektionen (Mumps, HIV, Virushepatitis, Parasiten), medikamentös (Östrogene, Glukokortikoide, Statine, Azathioprin), penetrierendes Ulcus duodeni, Hyperkalzämie, Autoimmunerkrankungen, Hypertriglyzeridämie
Symptome: Heftiger im Oberbauch lokalisierter gürtelförmige in den Rücken ausstrahlender Dauerschmerz, Übelkeit und Erbrechen, Maldigetion (Gewichtsverlust, Fettstuhl, Blähungen, Durchfall), paralytischer Ileus, Ikterus ,Oligurie/Anurie, Aszites, Fieber
Typische Laborbefunde: Anstieg der Pankreas-Enzyme im Blut (Lipase, Amylase, Elastase) und Urin (Amylase), vorübergehende Hyperglykämie bei Diagnosestellung, CRP ↑, Hypocalcämie, ggfs. verminderte Komplementärwerte (C3, C4), BUN ↑ und Kreatinin ↑
In der Sonographie: Unscharfe Begrenzung der Pankreasloge (ödematöse Aufquellung), im Abdomen-CT: Aufgetriebenes Pankreas, ggf. hypodense Nekrosezonen und entzündliche peripankreatische Flüssigkeit, die sich in die angrenzenden Areale (bspw. Bursa omentalis und vorderer Pararenalraum) ausbreiten kann
Komplikationen sind: Hypovolämischer Schock (HR ↑, RR ↓), Pankreasabszess (Grey-Turner-Zeichen in der Flankenregion, Cullen-Zeichen periumbilikal), Bildung von Pankreaspseudozysten, Pankreasnekrose, Perforation, akutes Pankreasversagen, akutes (prärenales) Nierenversagen, SIRS/Sepsis bis hin zum Multiorganversagen, DIC, Gastrointestinale Blutungen durch Gefäßarrosion, Thrombosen und thromboembolische Komplikationen (Pfortaderthrombose, Milzinfarkt)
Bei nicht infizierten (sterilen) Nekrosen primär konservative Behandlung d.h. keine chir. Intervention
Absolute OP-Indikationen sind: Arrosionsblutung, Perforation und/oder abdominelles Kompartment-Syndrom, eine Cholezystektomie sollte bei nachgewiesener biliärer Genese nach Ausheilung der Pankreatitis empfohlen werden bzw. bei sehr hohem individuellem Operationsrisiko oder Ablehnung einer OP durch den Patienten auch eine ERCP mit einer weiträumigen Papillotomie.
Die akute Pankreatitis kann in eine chronische Form mit anhaltender Entzündung führen, mit einem dauerhaften Funktionsausfall der exokrinen und im weiteren Verlauf häufig auch der endokrinen Drüsenfunktion (Diabetes mell.).
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